Erinnern für die Zukunft EIBIA Pulverfabrik Dörverden 1938 – 1945

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Impressum

US – Bomberangriff am 29. März 1944 auf Dörverden

(Abschrift der Archivalie: BA R 121/2876 - Teil 1 - Bundesarchiv Koblenz)
E i b i a  G.m.b.h                                          Bomlitz, den 1. April 1944
Geschäftsleitung                                            Dr. H/Eg.
                                                            Tel. 276

                    M e l d u n g  ü b e r  L u f t a n g r i f f e

1.) Ort (genaue Angabe): Wohnlager Dörverden/Weser (Steinlager)
    a) Ungefähre Anzahl der angreifenden Flugzeuge: 19 amerikanische 4-mot. Bomber
    b) Abwurf erfolgte am 29. März 1944 um 14:22
    c) Wurde Fliegeralarm gegeben: Ja um 12.30 Uhr
    d) Wurde Entwarnung gegeben: nein
    e) Falls keine Entwarnung erfolgte warum? Stromoberleitung zerstört

2.) Anzahl und Art der abgeworfenen Bomben:
    a) Sprengbomben: 28 je ca. 450 kg davon Blindgänger: keine
                                  bzw. Langzeitzünder: keine
    b) Brandbomben: 18 FIüssigkeitsbrandbomben 113 kg, davon Blindgänger: 5
                                2 Stabbrandbomben 1,7 kg
    c) Darunter Volltreffer: 9 Sprengbomben + 5 Flüssigkeitsbrandbomben + 1 Stab-
                                  brandbombe
    d) Kampfstoffbomben:          davon Blau +:
                                  Grün +:
                                  Gelb +:
3.) Beschreibung des Sachschadens:
    4 Schutzraumbauten (Überflur) durch Sprengbomben total zerstört,
    5 Wohneinheiten durch Sprengbomben zerstört,
    3 Wohneinheiten durch Feuer zerstört bzw. beschädigt,
    Kantinen-Küchenbau durch Feuer beschädigt.
4.) Personenschaden:
    a) Anzahl der Toten: 2 (1 Flame, 1 Ost)
    b) Anzahl der Verletzten; 11 ( 4 schwer, 7 leicht)
    zu a) Todesursache: Flame Sprengbombenwirkung, Ostarbeiter Verbrennung.
          Angabe der Entfernung zur Einschlagstelle 3 Meter bzw. 1 Meter.
    c) Wer hat die Bergung der Toten und Verletzten sowie den Abtransport veranlaßt?
           Werkluftschutzleiter, Werkheilgehilfe.
5.) Eingetretene Viehverluste:
    a) Nähe der Umzäunung: keine
    b) Schweinestall neben Küche: kein
    c) getötete Tiere: -
    d) verletzte Tiere: -
6.) Bewährung der baulichen Luftschutzmaßnahmen:
    Die Überflur gelegenen Schutzraumbauten bieten nìcht genügenden Schutz, 1 SR Bau
    (Nr. 5) wurden von Brandbome (!) durchgeschlagen.
7.) Bewährung der Richtlinien für die Brandbekämpfung
    Kleinfeuerlöschgeräte haben sich bewährt, gleichfalls die eingesetzten Flamen und
    Franzosen, nicht dagegen die Ostarbeiter.
8.) Verhalten und Stimmung der Gefolgschaft:
    a) während des Angriffes: keine Panikstimmung, tatkräftiges Eingreifen.
    b) nach dem Angriff: absolut gefaßtes und ruhiges Verhalten.
9.) Kamen die Werkluftschutzkräfte zum Einsatz:
    Brandwacht und Werkscharkräfte.

Die furchtbare Realität des Nationalsozialismus
Am Beispiel der Zwangsarbeit – ein Projekt der Hauptschule Ganderkesee 1998

© Gemeinde Dörverden, 2004.