Erinnern für die Zukunft EIBIA Pulverfabrik Dörverden 1938 – 1945

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Werksgelände mit Gebäudefunktionen

In einem großen Waldgelände zwischen der Weser und der Reichsbahnstrecke Bremen-Hannover wurde von 1937 bis 1941 die Pulverfabrik mit dem Decknamen WESER gebaut.
Auf einem Gelände von 385 ha Wald entstanden 273 Gebäude. Sieben waren unterirdisch angelegt, 68 Bauwerke waren von 5 m hohen Ringwällen umgeben. 198 Bauwerke waren oberirdisch, z.T. auch unterkellert, gebaut worden. 21,5 km Gleisanlagen sowie ein Anschlussgleis zum Bahnhof Dörverden gehörten ebenso zur Verkehrsinfrastruktur wie 17 Kilometer Straßen auf dem Werksgelände.
Die Anlage wurde zunächst für eine Produktion von 900 t Pulver pro Monat ausgelegt. Für die Deckung des Energiebedarfs sollten zwei Kohlekraftwerke mit je 7500 KVA Leistung sorgen. Während des 2. Weltkrieges im Jahr 1940 stellte sich heraus, dass nicht so viel Nitrocellulosepulver wie ursprünglich geplant benötigt wurde. Daher wurde das zweite Kraftwerk (Nr. 116) nicht mehr fertiggestellt. Ferner gab es zwei Wasserwerke. Eines wurde aus der Weser gespeist, das andere erhielt das Wasser aus 40 Tiefbrunnen. Die Belegschaft betrug bis zu 1700 Arbeitskräfte.
Auf dem Lageplan ist der Hauptteil der Anlage WESER dargestellt. Nicht aufgeführt sind die Wohnlager, die Anlage DIENSTHOP und die Gebäude der Geschäftsleitung in Drübber.

Der Produktionsablauf

In der Anlage WESER wurde aus angelieferter Cellulose, wie sie auch für die Papierherstellung verwendet wird, zunächst durch Hinzufügung verschiedener Säuren und anderer Chemikalien Nitrocellulose hergestellt (Nitrocelluloseproduktion - Werkplan: grüne Markierungen).
Diese Nitrocellulose wurde in weiteren Bearbeitungsschritten zu Nitrocellulosepulver (abgekürzt: Nc-Pulver) verarbeitet. Je nach Verwendungszweck gab es verschiedene Pulversorten. In Dörverden wurde Nc-Pulver hauptsächlich für Pistolenmunition, für Platzpatronen, für Gewehr-und Maschinengewehrpatronen hergestellt. Daneben gab es noch weitere Pulversorten auf Nc-Pulverbasis (Werkplan: blaue Markierungen).
In einem besonders abgesperrten Bereich wurde A-Pulver hergestellt. Dazu wurde ein Teil des Nc-Pulvers mit dem chemischen Kampfstoff Adamsit (Arsenverbindung) vermischt und zu Plättchen gepresst (Werkplan: rote Markierungen).

Farbcodierung der Gebäudefunktionen
Energieversorgungsanlagen gelb
Allgemeine Anlagen braun
Nitrocelluloseherstellung grün
Nitrocellulosepulverherstellung blau
A-Pulverherstellung rot

Die furchtbare Realität des Nationalsozialismus
Am Beispiel der Zwangsarbeit – ein Projekt der Hauptschule Ganderkesee 1998

© Gemeinde Dörverden, 2004.